5 Dinge, die ich im 1. Trimester über mich selbst gelernt hab…

Ja, ich hab euch vorgewarnt, dass es in Zukunft sicher auch über meine Schwangerschaft (und später vermutlich Familienleben usw.) gehen würde.. ;)

Und das hat auch gute Gründe! Denn als Fotograf ist es wunderbar, genau zu wissen, wie sich seine Kunden fühlen! Hals über Kopf verliebt? Abgehakt, das kann ich bestens nachvollziehen. ;) Wie sich Paare fühlen, kann ich also nachvollziehen. Aber Schwangere? Frischgebackene Mütter? Verrückte, chaotische Familien? Klar hat man bestimmte Vorstellungen, wie das sein muss, aber lasst es euch sagen (für alle, die das auch noch nicht erleben durften): die Realität ist anders. Und zwar so unglaublich anders, allein, was Schwangerschaft angeht, dass ich es kaum glauben konnte…

Deshalb bin ich unglaublich dankar, dass es jetzt soweit ist, dass ich es selbst erlebe! Es ist aufregend und interessant und an meinen kleinen Offenbarungen möchte ich euch teilhaben lassen. Diese Punkte sind natürlich 100% subjektiv, denn jeder Mensch und jede Schwangerschaft ist anders, aber ja, spannend ist es vielleicht trotzdem ;)

1. Trimester

1. Oh yeah, ich bin sowas von bereit! / OMG, bin ich bereit dafür?!

Wir haben ja grundsätzlich schon relativ lange gewartet mit der Familienplanung, denn zuerst sollten Job und Haus gesichert sein. Und dann hat es auch noch über ein Jahr gedauert bis ich tatsächlich schwanger geworden bin… Man sollte also meinen, dass man nach all der Zeit, im Kopf soweit ist, dass man sagt: Ja, jetzt passt es, jetzt fühl ich mich bereit. Und grundsätzlich war/ist das ja auch so…aber dann auch wieder nicht..

Als ich meinen ersten positiven Schwangerschaftstest in Händen gehalten hab, da war ich total glücklich. Endlich hatte es geklappt! ich konnts noch gar nicht wirklich glauben! Deshalb hab ich gleich am nächsten Tag noch einen Test gemacht, uk sicher zu sein, bevor ich es meinem Mann sagen würde.. Und sobald ich den zweiten Test auch hatte, da kam im selben Maß wie die Freude auch die Panik…omg, ab jetzt wird alles anders! Mein komplettes Leben wird auf den kopf gestellt! Ich muss quasi komplett die Kontrolle abgeben! Und das ist für mich mit am schlimmsten…denn ich bin eigentlich ein Mensch, der das Gefühl haben muss, dass er weiß, was auf ihn zukommt. Sonst bin ich ein Nervenbündel.. Und in gewisser Weise bin ich das auch seitdem *lach*

Jedenfalls weiß ich zumindest, dass ich mich nie 100%ig „bereit“ fühlen werde, weil ich einfach nie wissen kann, was kommt. Und das wird von jetzt bis in alle Ewigkeit so sein. Wird mein Kind gesund sein? Kommt es natürlich zur Welt? Zu früh? Zu spät? Wie werde ich auf die Schmerzen und all die anderen kleinen Dinge (spontane Ausscheidungen etc.) reagieren? Werde ich heillos überfordert sein nach der Geburt? Werde ich stillen können? … Und vor allem natürlich: Werde ich eine gute Mutter sein?! Das Alles „einfach auf mich zukommen“ zu lassen, macht mich wahnsinnig, deshalb versuche ich möglichst wenig darüber nachzudenken. Ich kann nur auf das Beste hoffen und mein Bestes tun. So wie jede andere Mama auch.

2. Das Sofa ist mein bester Freund.

Meine Mum hat mir immer erzählt, ihr wäre es so gut gegangen in der Schwangerschaft und dass sie sich nie so wohl gefühlt hätte als in den 9 Monaten mit mir. Nunja, ahm…das hat sich jetzt nicht unbedingt vererbt.

Zugegeben, ich bin nicht ständig überm Klo gehangen, tatsächlich hab ich nur an ein paar Tagen richtig gekotzt (dafür aber meistens mehrmals). Aber gut gings mir im 2. und 3. Monat fast nie. Immer war mir unterschwellig übel, ungefähr so, als hätte ich ein Gespräch vor mir, von dem mein ganzes Leben abhängt. Schlimmstes Nervositätsbauchweh/übelkeit. Und das war jetzt auch nicht grade angenehm. Mein Mann durfte meinen Bauch so gut wie nicht berühren, weil das irgendwie immer unangenehm war (von meinen Brüsten ganz zu schweigen, die überhaupt ein Eigenleben entwickelt hatten *lach*), und die meiste Zeit verbrachte ich zu Hause einfach nur auf dem Sofa. Völlig motivationslos. Ich wollte einfach nur gar nichts tun. Nicht am PC sitzen und surfen. Nicht Musik hören. Nicht lesen. Nicht scrappen und kreativ sein. Nicht fotografieren. Nur rumliegen und dösen.

So kannte ich mich nicht. Ja, klar bin ich auch so schonmal antriebslos und faul, aber in dem Ausmaß hat mich das selbst erschreckt und auch genervt, um ehrlich zu sein. Ich wollte doch meine Schwangerschaft dokumentieren! Bauchfotos amchen! Tagebuch schreiben! Alles verscrappen! Tja, nichts davon ist passiert. Auf meinen Social Media Kanälen war ich quasi nicht mehr vorhanden. Bin untergetaucht. Hab mich verkrochen. Und wisst ihr was? Das ist ok so. Ich kann auch jetzt noch aufschreiben, wie ich mich gefühlt hab! Wie es war, als ich Tom oder meiner Familie erzählt hab, dass wir ein Kind bekommen. Gut, Bilder hab ich keine, aber mal ganz ehrlich? Man hätte ja ohnehin noch nichts gesehen… Und dass es ausnahmsweise mal keine Selfies von mir gibt, werde ich verschmerzen ;)

1. Trimester

3. Wie surreal ist das Alles bitte?!

Ja, diesen Satz hab ich unzählige Male gedacht, seit ich schwanger bin *lach* Ich meine, ja, man hat den einen oder mehrere positive Tests, man hat vielleicht auch schon körperliche Anzeichen, aber die Vorstellung, dass da wirklich ein kleiner Mensch in einem heranwächst…OMG!

Und dann kommt der Moment, in dem man bei der Frauenärztin liegt und das erste Mal diesen Punkt sieht…und was noch viel wichtiger ist: den Herzschlag! Und plötzlich ist das Alles noch viel realer, denn da bewegt sich tatsächlich etwas! Ich muss ziemlich dämlicha usgesehen haben, denn mir stand erstmal der Mund offen. Darauf war ich irgendwie gar nicht vorbereitet… Und trotz der ganzen Übelkeit und den inzwischen deutlich sicht- und fühlbaren körperlichen Veränderungen finde ich die Vorstellung, dass da ein Kind in mir wächst, noch immer total strange…so ein bischen Alien-mäßig… Und die Vorstellung, Mama zu werden bzw. zu sein, ist genauso surreal. Weil das von einem Tag auf den anderen so sein wird und ja…die Vorstellung ist einfach krass ;) Ich hab mich ja nie so als den mütterlichen Typ gesehen und das dann plötzlich zu sein..na wir werden sehen :D

4. Gewicht ist nicht gleich Gewicht und Schwangerschaft bedeutet nicht automatisch Zunehmen

Bevor ich schwanger geworden bin, hatte mich meinen absoluten Höchststand und mich ziemlich furchtbar/unattraktiv/etc. gefühlt… Und als ich erfahren hab, dass ich schwanger bin, dachte ich „Oje, das wird jetzt nur noch viel schlimmer…“. Pustekuchen..die ersten Wochen war ich ja erstmal damit beschäftigt, dass mir dauerübel war. Das hat sich sowohl auf meinen Appetit, als auch auf mein Kochverhalten ausgewirkt. Ich hab öfter gegessen, weil mir sonst z.B. gleich morgens übel wurde, wenn ich nicht ein paar Bissen zu mir genommen hab, aber dafür viel kleinere Portionen. Mich wundert bis heute, dass das meinen Kollegen nicht aufgefallen ist, weil ich sonst ein sehr guter Esser bin ;) Na jedenfalls hab ich dadurch in den ersten 3 Monaten tatsächlich fast 6kg abgenommen…was ich richtig strange fand…

Inzwischen nehm ich langsam wieder zu und das ist ja auch gut so. Ich merke aber, dass das eben nicht einfach nur Fett ist wie vorher, sondern Babybauch und der fühlt sich ganz anders an! Vorher war es Bauchfett, das beim Gehen geschwabbelt und mich damit mega gestört hat, jetzt ist es einfach ein schönes, pralles Schwangerschaftsbäuchlein, mit dem ich mich unerwartet total wohl fühle :D

1. Trimester

5. Meine Geduld hängt am seidenen Faden…

Tja, war ja klar, dass auch mich die Hormone nicht in Ruhe lassen… Ich bin leichter reizbar, generell zickiger und schnell genervt. Aber was mich am meisten fasziniert hat  (und was ich eigentlich gar nicht mal so schlecht finde): meine „Bullshit-Toleranz“ ist dramatisch gesunken.

Dazu muss man wissen, dass ich – vor allem, was Menschen betrifft, die mir nahe stehen – normalerweise sehr viel Geduld habe, zuhöre, erkläre und vermittle. Seit da aber die Hormone mitreden, ist das anders. Ich kann nicht sagen, obs nur daran liegt, oder ob ich einfach so viel mehr mit mir selbst  beschäftigt bin, jedenfalls fällt mir bei gewissen Dingen plötzlich jede Geduld. Wenn mich meine Schwiegermutter z.B. anruft und mich fragt, ob ich ihr online was nachschauen kann, ich aber gerade mitten im Supermarkt an der Kassa stehe und ihr sage, sie soll doch bitte ihren Sohn anrufen, denn der sitzt gerade im Büro vorm PC. Weil sie aber weiß, dass der wahrscheinlich genervt reagiert, druckst sie lieber noch länger herum, ob ich das nicht machen kann. Verdammt, nein! Da bin ich dann ausnahmsweise auch mal ein bischen unfreundlicher geworden (sonst so gar nicht meine Art), sodass sie sogar leicht beleidigt war kurzzeitig.. *seufz*

Ja, sowas tut mir dann hinterher einerseits auch gleich wieder leid, aber andererseits seh ichs eben auch nicht ein, dass ich immer diejenige bin, die angerufen wird und springen soll. Das ist auch nicht böse gemeint und man kann ja immer noch total viel von mir haben, nur manche Blödheiten werden mir jetzt einfach öfter mal zuviel und das sag ich dann auch ;) Ich hab ja jetzt auch selbst genug Dinge, an die ich denken(wobei die Schwangerschaftsdemenz mittlerweile odentlich zuschlägt, aber das ist eine andere Geschichte *lol*) und die ich machen muss, da brauch ich meine Nerven momentan auch einfach für mich selbst, denk ich mir. Und das ist schon ok so, finde ich.

Soweit das erste Trimester, im zweiten hat sich schon Einiges geändert, aber dazu ein anderes Mal mehr ;)

Ich wünsche euch einen schönen Rest-Januar!
Bis dann, eure Sandra

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