AirBnB – wie funktionierts und wie wars?

Ja, wie angekündigt war mein London-Trip nicht nur meine erste Reise allein, sondern auch mein erstes Mal mit einer Unterkunft über AirBnb! Und weil das bei uns noch nicht so wahnsinnig bekannt ist, hab ich mir gedacht, ich berichte auch mal über diese Erfahrung! ;)

AirBnB – was ist das und wie funktionierts?

Für alle, die noch nie von AirBnB gehört haben oder nicht genau wissen, was das ist: Privatpersonen haben über AirBnB die Möglichkeit, ein Zimmer/eine Wohnung/ein Haus/was auch immer zur Vermietung anzubieten. Das Ganze ist total einfach und intuitiv und in vielen Fällen viel günstiger, praktischer oder einfach nur spezieller als ein stinknormales Hotelzimmer.Reisende hinterlassen später dann Kommentare und Bewertungen, wodurch man sich ein gutes Bild von der Unterkunft und ihrem Vermieter machen kann.

Warum hab ich mich für AirBnB entschieden? Weil ich unser Hotel in London letzten November so gar nicht gut fand, die Qualität in England generell nicht so toll ist und ich Geld sparen wollte. So hat mich meine Unterkunft für 3 Nächte mit Frühstück jetzt schlussendlich 144€ gekostet. Und wie das so war, erzähle ich euch nachher.

Wenn man sich bei AirBnB anmeldet, sollte man sich im Folgenden gleich „verifizieren“ lassen, also man sollte beweisen, dass man man selbst ist quasi ;) Ich hab das erledigt, indem ich meinen Führerschein abfotografiert und hochgeladen hab – es gibt aber auch andere Möglichkeiten dazu.

AirBnB - was ist das und wie funktionierts?

Dann gehts ans Stöbern und Suchen! Einfach Reiseziel eingeben plus geplantem Reisezeitraum und los gehts! Zuerst bekommt man eine Liste mit beliebten – und in dem Zeitraum freien – Unterkünften angezeigt. Durch Verändern der Karte und Klicken auf „Suche hier Wiederholen“ bzw. vorheriges Anhaken der Checkbox „Suchen, während ich die Karte bewege“ kann man in speziellen Teilen einer Stadt suchen oder eben einfach in einer bestimmten Region. Man kann seine Suche auch filtern, wenn man z.B. nur ganze Unterkünfte sucht oder eine Unterkunft für 4 Personen. In den Details zu den Unterkünften erfährt man dann alles Wichtige: wer ist der Vermieter, wie ist die Ausstattung, ist Frühstück inkludiert, welche Regeln gibt es, wann kann die Schlüsselübergabe stattfinden, kommen zusätzliche Kosten dazu (Reinigung etc.) usw.

AirBnB - was ist das und wie funktionierts?

Für meinen Londontrip war mir schnell klar, dass ich keine ganze Unterkunft wollte, sondern ein Zimmer mit „Familienanschluss“ ;) Ich wollte einfach nicht abends in eine leere Wohnung kommen oder alleine frühstücken. Deshalb hatte ich in kürzester Zeit zwei Favoriten – ein Zimmer bei einer Künstlerfamilie und eines in einer Art Single-WG von zwei älteren Damen, beides ein wenig außerhalb der Innenstadt (Zone 2), aber mit Bussen/Overground gut zu erreichen. Entscheiden musste ich mich dann nicht, denn als ich konkret buchen wollte, war das WG-Zimmer bereits weg ;) Also sollte ich meine 3 Nächte in London bei Sophie verbringen.

Gebucht wird dann nicht direkt, sondern man gibt den Reisezeitraum an und schickt dem Vermieter eine Anfrage inklusive einer kleinen „Begründung“, warum man die Unterkunft gerne hätte, was man am Zielort machen will usw. Einfach damit der Vermieter einen kleinen Eindruck bekommt, wer denn da bei ihm wohnen will. Tja und wenn der dann das OK gibt, wird auch direkt das Geld von der angegebenen Kreditkarte abgebucht. Und das wars! Man bekommt dann automatisch die Kontaktdaten des Vermieters und kann sich über das Message-System zusammen reden.

Meine Wochenende bei Sophie

Die Beschreibung meiner Unterkunft lautete „Artist’s House“ – also Künstlerhaus – und genau das war es auch! Meine Vermieterin Sophie ist Skulpteurin und ihr Mann Sänger, beide sind tagsüber viel zuhause und sie selbst hat gleich nach meiner Ankunft gesagt, dass sie wie die Studenten leben. Was soll ich sagen? Genau so ist es auch :) Das Haus (ein typisch englisches, schmales Reihenhaus) ist klein und bunt, überall hängen Fotos und Bilder, stehen Skulpturen von Sophie herum oder werden andere Dinge gelagert. Dauerhaft würde ich so nicht wohnen wollen (die Phase ist lang vorbei), aber für einen Urlaub war es für mich perfekt! Richtig schön britisch-schrullig-verrückt :)

AirBnB - Meine Wochenende bei Sophie

Ich glaube, es ist bei AirBnB einfach wichtig, was man für Erwartungen hat. Wer ein Hotel-Ambiente mit perfekten Zimmern usw. erwartet, der wäre hier definitiv fehl am Platz… Denn hier leben Menschen und die lassen auch mal was stehen, nebenbei läuft die Waschmaschine, der Hund will raus oder es geht jemand aus Klo. *lach* Ja, meine Gastfamilie hatte einen Hund und eine Katze – was mir ja besonders sympatisch war, weil ich Haustiere mag, aber ist sicher nicht jedermanns Geschmack..

AirBnB - Meine Wochenende bei Sophie

Generell war die Unterkunft genau so wie auf den Fotos bei AirBnB gezeigt, also „what you see is what you get“. Mein Zimmer fiel eigentlich aus dem Rahmen, aber das hab ich mir auch schon bei den Fotos gedacht. Denn so bunt und schrullig wie der Rest des Hauses war, so clean und schlicht war mein Zimmer. Die Matratze war super bequem und ich hab geschlafen wie ein Stein (besonders am ersten Tag, aber dazu ein andermal mehr). Gewöhnungsbedürftig war das Duschen, denn geduscht wird in der Wanne ohne Vorhang :D Hat dann dazu geführt, dass ich im Sitzen geduscht hab, weil ich nicht das ganze Bad unter Wasser setzen wollte, aber war total ok für mich. Ich bin ja generell nicht wirklich heikel, was solche Dinge angeht. Solange meine Unterkunft sauber ist, ist alles in Ordnung.

AirBnB - Meine Wochenende bei Sophie

Da ich vormittags angekommen bin, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt gleich in meine Unterkunft könnte. Aber irgendjemand von der Familie war fast immer zuhause, sodass ich direkt mein Zimmer bezogen hab. Ich geb zu, es gibt sicher Gegenden, die kürzere Transferzeiten haben, denn ich musste zwei Tubes und die Overground nehmen und dann noch ein paar Minuten gehen. Doch dafür war die Gegend total süß, wie ihr später auf meinen Fotos sehen werdet ;) Die Anbindung in die Innenstadt per Bus funktioniert allerdings super und ich hatte auch nachts überhaupt keine Angst. Oder nein, falsch, einmal hab ich mich total erschreckt, als abends auf dem Weg zwischen Busstation und Unterkunft vor mir etwas Großes über die Straße gerannt ist. Hab mir kurz überlegt, ob das eine Einbildung war, aber als ich in den Park neben mir geschaut hab, war da tatsächlich ein Fuchs! Ja, ich hab irgendwann mal in einer Doku gesehen, dass immer mehr Wildtiere in den Großstädten leben, aber tatsächlich einmal einem Fuchs mitten in der Stadt zu begegnen, war trotzdem total seltsam. Und das ist auch nicht meine einzige Begegnung geblieben die 4 Tage über ;)

AirBnB - Meine Wochenende bei Sophie

Wie sind meine Tage dann verlaufen? Nun, abends hab Sophie meistens fernsehschauend auf dem Sofa vorgefunden. Wir haben kurz getratscht, was ich den ganzen Tag über so gemacht hatte und dann bin ich eh sofort ins Bett gefallen. Morgens hat sie mir Frühstück gemacht – schwarzer Tee mit Milch und Ei auf Toast oder Toast mit Marmelade. Das Brot war selbstgebacken und total lecker und sie hat sich quasi entschuldigt, dass es nur gekaufte Eier waren, denn sie hätten wohl bis vor einiger Zeit selbst Hühner im Garten gehabt.. Fand ich richtig cool ;) Frühstück war also super! Die Küche fand ich auch richtig urig, Schachbrettfliesen auf dem Boden, richtig schön alte Möbel und überall hing das Geschirr rum. Ich mag ja sowas :D Das Bad inklsive Toilette hab ich mir mit dem Rest der Familie geteilt, was auch überhaupt kein Problem war.

Also ich könnte nichts Negatives sagen zu meiner ersten AirBnB-Erfahrung! ;) Mir hats richtig gut gefallen und es wird sicher nicht mein letztes Mal gewesen sein! Überhaupt wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist, stell ichs mir total praktisch vor, gleich eine ganze Unterkunft zu mieten!

Habt ihr schon Erfahrung mit AirBnB? Oder hat euch mein Bericht neue Erkenntnisse gebracht? Würde mich freuen, über eure Erfahrungen zu lesen! ;)
Bis bald, eure Sandra

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2 Comments

  1. by Dirk on 22. Juni 2016  12:33 Antworten

    Hallo Sandra, ein sehr interessanter und - wohl auch typischer - Erfahrungsbericht. Ich mache airbnb schon seit 5 Jahren und habe überwiegend gute Erfahrungen damit gemacht. Zuletzt in einem Tree House in Cornwall - auf meinem blog www.dergutereisende.com nachlesbar! Ahoi Dirk

  2. by Chris on 24. Juni 2016  0:18 Antworten

    Hallo Sandra,

    auch wir finden Airbnb super. Ob man näheren Kontakt zu "Einheimischen" haben möchte oder gleich eine ganze Unterkunft, für jeden ist dort etwas dabei. Wir nutzen Airbnb jetzt schon einige Jahre und konnten so oft sehr gute Unterkünfte finden und haben noch nie eine wirklich negative Erfahrung gemacht.

    Zwei kritische Anmerkungen bezüglich Airbnb hätte ich allerdings noch: Erstens sind die Servicegebühren in meinen Augen unheimlich hoch (hier auch noch bedenken, dass der Vermieter in etwa nochmal das gleiche zahlt) und ich kann mir nicht erklären, wie Airbnb diese rechtfertigt. Zweitens finde ich die Seite alles andere als intuitiv, v.a. wenn man auch noch selbst vermietet. Ich weiß nicht, ob dies Absicht ist, aber wir sitzen regelmäßig kopfschütttelnd vor dem Bildschirm ;)

    Ich wünsche dir jedenfalls noch viele positive Erfahrungen mit Airbnb und schöne Reisen :)

    Liebe Grüße
    Chris

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