Blog-tember #13: für einen Tag jemand anderes sein..

Für einen Tag eine andere Person sein können..ein anderes Leben führen..an einem anderen Ort leben..

Dieser Prompt hat mich ziemlich nachdenklich gemacht und mich fast den ganzen gestrigen Abend beschäftigt. Wenn ich nicht ich wäre, wer würde ich sein wollen? Mit wem würde ich tauschen wollen? Ganz ehrlich? Mir fällt niemand ein.

Ich mache mir nichts aus Luxus, viel Geld, Macht oder Ruhm. Das sind alles Dinge, die ganz nett sein mögen, aber würde mich das glücklich(er) machen?? Ich glaube nicht. Ich führe ein gutes Leben und bin eigentlich ziemlich zufrieden.

Oberflächlich gesehen gibt es sicher ein paar Menschen, die das „perfekte Leben“ führen. Aber ist das wahr? Ich habe mittlerweile für mich festgestellt, dass jede Familie ihre Probleme und Geheimnisse hat, über die nur die Wenigsten Bescheid wissen. Jeder hat Zweifel, Selbstmitleid/hass oder Laster, die er nicht mit der Welt teilt. Niemandes Leben ist perfekt. Menschen, die rundherum glücklich wirken, haben entweder gelernt sich trotz Unperfektheit des Lebens auf das Gute zu konzentrieren – oder sie spielen sich selbst und der Welt einfach nur etwas vor.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, zu welcher Kategorie ich gehöre.

blog-tember13

Es gibt nur zwei Dinge, die ich wirklich gern einmal erleben und fühlen würde – idealerweise natürlich in meinem eigenen Leben und nicht durch ein anderes – nämlich Mutter zu sein und von sich selbst überzeugt zu sein, das absolute Gefühl zu haben, zu wissen, was man tut. Mutter sein, weil ich glaube, dass man sich das nicht mal ansatzweise vorstellen kann. Ich glaube, dass die Liebe, die man plötzlich für dieses kleine Wesen empfindet überwältigend ist und mit nichts vergleichbar, was man sonst erlebt. Und Selbstsicherheit, weil das ein Thema ist, mit dem ich von je her meine Schwierigkeiten habe. Im Englischen gibt es den Ausdruck „Impostor Syndrom“, der bedeutet, dass man immer das Gefühl hat, ein Hochstapler zu sein, nichts zu können und das Vertrauen/Geld der anderen nicht zu verdienen. Genau das würde ich gern ablegen. Einmal selbst daran glauben, dass ich zu 100% weiß, was ich mache und nicht rate oder einfach Glück habe.

Beides sind Dinge, die ich mit etwas Glück und ein bisschen Arbeit hoffentlich selbst erreichen kann. Deshalb würde ich mit niemandem tauschen wollen…

Wie ist das bei euch? Gibt es jemanden, dessen Leben ihr gern für einen Tag führen würdet?
Bis morgen, eure Sandra

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