Eine kleine Identitätskrise und Ängste im 3. Trimester

In knapp einem Monat ist mein errechneter Geburtstermin und ich bin jetzt auch ziemlich genau 4 Wochen in Mutterschutz.. Ein guter Zeitpunkt, um euch zu berichten, was in den letzten Wochen so in mir vorgegangen ist, denn langsam wird es ernst und das macht sich bemerkbar..

woche33_blog

Woche 33 war das ;)

Arbeit –> Mutterschutz

Montag, der 3. April, war mein letzter Arbeitstag. Bis zum Donnerstag davor hatte ich mich echt darauf gefreut. Ich war irgendwie urlaubsreif und hatte keine Lust mehr, langsam wurde es auch schon ein bisschen mühsamer und ja.. Doch dann hat irgendwie mein Hirn eingesetzt. Wenn ich nicht mehr arbeiten gehe, was bin ich dann?! Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Mensch, der sich über seine Arbeit definiert, aber so ganz ohne richtige (gesellschaftlich anerkannte?) Aufgabe? „Nur“ die Schwangere sein und dann „nur“ mehr Mama sein? Plötzlich bekam ich ein ungutes Gefühl und und irgendwie Angst, mich selbst zu verlieren.

Zusätzlich wusste ich, dass mir meine Arbeitskollegen total abgehen würden, denn ich liebe „meine Jungs“ echt und obwohl ich ein eher introvertierter Mensch bin, der viel Zeit fürt sich braucht, war mir nicht wohl bei dem Gedanken, so viel weniger menschlichen Kontakt zu haben.. Klar muss man nicht den ganzen Tag zuhause rumsitzen als Schwangere/Mama, aber die Menschen, mit denen ich mich wohl fühle, müssen eben arbeiten oder sind einfach so sehr beschäftigt, dass man sich nicht einfach so immer mal treffen kann. Und Freundschaft mit neuen Leuten zu schließen, vielleicht auch frischgebackenen Mamas, fällt mir alles andere als leicht..

Was also tun? Meine momentane Lösung ist vor allem, mir einen Plan zu machen. Ich setze mich jetzt jeden Sonntag oder Montag hin und „male“ mir einen Wochenplan (könnt ihr immer hier auf Instagram sehen, wenns euch interessiert) mit Aufgaben und Dingen, die ich erledigen will. Mal steht mehr drauf, mal weniger, oft füllt er sich auch erst im Laufe der Woche, wenn mir ToDos einfallen.. Ich versuche zumindest ein- oder zweimal die Woche rauszukommen, entweder weil ich ohnehin irgendwelche Termine hab und dann einfach noch Schaufenster shoppen gehe oder so, oder ich geh bewusst raus, treff mich mit meiner Mum zum Mittagessen, geh zum Markt oder Ähnliches.. Ich hatte mir auch vorgenommen, einfach mal zum See zu fahren und die Sonne zu genießen, aber da hat mir das Aprilwetter immer einen Strich durch die Rechnung gemacht bisher.

Durch den Plan hab ich die kleine Identitätskrise bisher ganz gut in den Griff bekommen – oder vielleicht lenken mich die Aufgaben auch einfach ab? Keine Ahnung. Gut tut mir jedenfalls  auch ein neues, kleines Hobby, das ich für mich entdeckt hab: Handlettern! Inspiriert von der furiosen Frau Hölle alias Tanja hab ich mich rangewagt und bin fleißig am Üben :)

Ängste

Ein Thema, das glaub ich ganz natürlich ist in dieser Phase.. Abgesehen von der Frage, ob man bereit ist für diese riesige Veränderung, die Verantwortung usw. macht mir vor allem ein Punkt Angst: ab dem Zeitpunkt, wo dieses kleine Wesen auf der Welt und in meinen Armen liegt, wird mein persönliches Glück zu 100% abhängig sein vom Glück meiner Tochter. Das spür und weiß ich und das ist einfach eine so unglaubliche Veränderung, dass es mir Angst macht. Weil ich auch genau weiß, dass man seine Kinder nicht vor allem beschützen kann und auch nicht sollte. Und ich weiß, dass ich wegen und mit meinen Kindern unglücklich sein werde, weil ich nicht einfach unbeteiligt zusehen kann, wie sie unglücklich sind. Ich hoffe so sehr, dass ich keine „Helikoptermutter“ werde und meinen Kindern den Freiraum geben kann, auszuprobieren, zu scheitern und zu lernen. Man nimmt sich ja so viel vor, aber wie man dann wirklich als Elternteil ist, kann einem keiner vorraussagen. Und mein Kopf sagt, ich sollte mir da nicht jetzt schon Gedanken drüber bzw. mich fertig machen, aber ja, so bin ich nunmal. ;)

Und vor der Geburt selbst hab ich natürlich auch ganz schön Bammel. Als Erstgebährende weiß man ja doch nicht so genau, was da auf einen zukommt. Also, außer unvorstellbaren Schmerzen natürlich..haha.. Nein, aber daneben stellt man sich natürlich die Frage, ob alles gutgehen wird, wie früh/spät gehts los, muss man einleiten lassen, Kreuzstich, Saugglocke oder gar Kaiserschnitt nutzen?! Tausend Dinge, die passieren könnten. Ich versuch das alles zu verdrängen und auf mich zukommen zu lassen, aber unterbewusst macht mir das trotzdem Angst. Beruhigen tut mich nur das Wissen, dass ich meine Hebamme dabei haben werde, der ich vertraue. Die mir dann sagen wird, was wirklich notwendig ist und ob mir die Ärzte vielleicht nur was einreden wollen oder so.. Na wir werden sehen…

So viel zur aktuellen Lage ;) Die kommenden paar Wochen werden nochmal seeeehr spannend werden, vor allem, weil ich unterbewusst schon irgendwie darauf warte, dass es los geht :D Denn mein Gefühl sagt mir – im Gegensatz zu allen anderen Leuten, weil  bei den meisten dauerts beim ersten Kind ja eher länger – dass die Kleine früher als zum ET kommen wird…

Wie dem auch sei, die Zeit wird es zeigen! Bis dahin alles Liebe,
eure (hochschwangere, kugelrunde) Sandra ;)

2 Comments

  1. by Heidemarie on 2. Mai 2017  10:38 Antworten

    Oh ja, ich kann mich auch noch so gut daran erinnern. Vor allem wenn man in einem Männer dominierten Job arbeitet. Da sind Frauenthemen nicht so wichtig und präsent. Daran gewöhnt man sich. Ich habe den Kontakt zur Firma gehalten und bin auch zu den Dienstbesprechungen gefahren (ohne Kind!). Das war wahnsinnig schön, wenn nur kurz nachgefragt wurde, ob eh alles passt und dann normal über die aktuellen Themen gesprochen wurde.
    Andererseits haben mir auch die diversen Babyaktivitäten (Babymassage, Babyschwimmen,...) geholfen, andere Mamas kennenzulernen (eine feste Runde hält nun, seit mein 9-jähriger 6 Wochen alt war *g*). Das war wahnsinnig wichtig, wenn man hört, dass nicht nur das eigene Baby aus unerklärlichen Gründen weint. Eine andere Mama mit einem etwa gleichaltrigen Kinde ist tausendmal mehr wert, als jeder Ratgeber.

    Ich wünsche Dir noch eine wunderschöne Restkugelzeit und mach Dir nicht zu viele Gedanken - es kommt sowieso ganz anders *g*

    • by Sandra on 2. Mai 2017  12:55 Antworten

      Danke für deine lieben Worte, Heidemarie! <3

      Kontakt halte ich eh, morgen geh ich mit ein paar von den Jungs ins Kino und im August ist alljährliches Grillfest und so :) Aber abgehen tun sie mir trotzdem *gg*
      Ja, das mit den Babyaktivitäten muss ich mir eh noch anschauen dann, Babyschwimmen wär sicher super :)
      LG Sandra

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